Ein geschichtlicher Überblick

 

Der Spielverein 1911 Eckelshausen besteht seit über 100 Jahren - ein nach menschlichen Maßstäben stolzes Alter und daher Anlass genug, Rückschau zu halten und der geschichtlichen Entwicklung unseres Vereins nachzugehen. In seiner langjährigen Geschichte hat der Spielverein stets einen bedeutenden Platz im gesellschaftlichen Leben Eckelshausens eingenommen. Vier Generationen haben sich an der sportlichen Ertüchtigung der Jugend beteiligt. Seit fast neun Jahrzehnten finden sich Jungen und Männer bereit, für ihren Verein einzutreten, ihn zu fördern, zu leiten und für ihn aktiv zu spielen. Der SV 1911 Eckelshausen hat im Leben vieler Mitbewohner einen wichtigen Platz eingenommen, die ihr Engagement und ihre Freizeit dem Wohle des Vereins widmeten, der ihnen im Gegenzug aber auch viel gegeben hat. Dabei war die Erhaltung und Weiterentwicklung unseres Vereins nicht immer leicht. Schon immer wurde das Vereinsleben auch durch Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflusst. So hat es in der langen Geschichte nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen gegeben.

 

Die Gründung des Spielvereins Eckelshausen

 

Der Spielverein Eckelshausen wurde im Jahre 1911 gegründet. Aus der Gründungszeit und auch den folgenden Jahren sind leider keine Aufzeichnungen mehr vorhanden. Aufgrund der zahlreichen Vereinsgründungen im heimischen Raum in der Zeit von 1910 bis 1920 lässt sich jedoch vermuten, dass es junge Männer vom Militär waren, die das Fußballspiel in der Ferne erlernt hatten und es dann im Hinterland verbreiteten. Sie erkannten die Bedeutung des Mannschaftssports, der die Kameradschaft fördert und zur Gesunderhaltung beiträgt. Der beispielhafte Entschluss in der damals kaum 500 Einwohner zählenden Gemeinde stieß bei den Dorfvätern zunächst auf wenig Gegenliebe. Diese weigerten sich, ein Spielfeld zur Verfügung zu stellen. Erst nach unermüdlichem Bitten und heftigen Debatten erhielten die jungen Fußball-Fanatiker das Gelände hinter der Schule - zur Verfügung gestellt. Bereits nach kurzer Zeit konnte man zwei spielstarke Mannschaften aufbieten, wobei die 1. Mannschaft in den Vereinsfarben schwarz und gelb antrat. Gespielt wurde gegen bereits bestehende andere Vereine oder notfalls auch gegen die eigene 2. Mannschaft. Die Begeisterung in der Gründungszeit war groß. Im Vordergrund stand für die jungen Aktiven die Freude am Spiel, obwohl sicher auch damals jeder das Spielfeld gerne als Sieger verlassen hat. Es ging allerdings noch nicht um Punkte, und auch die Regeln wurden nicht strikt befolgt. Sogar die Spieldauer hatte nur eine untergeordnete Bedeutung. Oftmals spielte man einfach so lange, bis man endgültig müde war. Die Reisen zum Gegner wurden mit dem Fahrrad oder zu Fuß angetreten. Neben dem Fußball wurde in den Anfangsjahren auch die Leichtathletik gefördert. Zum Anschaffen der Sportgeräte mußte häufig das letzte Taschengeld geopfert werden. Doch Ehrgeiz und vorbildliche Kameradschaft sowie ein hohes Maß an Idealismus ließen die Nöte und Schwierigkeiten dieser Zeit zumindest auf dem Spielfeld vergessen.

 

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen

 

Kaum waren die Gründungswehen des SVE glücklich überstanden, da brach im Jahr 1914 der Erste Weltkrieg aus. Der Spielbetrieb und auch das Vereinsleben kamen zum Erliegen, da ein Vereinsmitglied nach dem anderen zum Kriegsdienst herangezogen wurde. Nur wenige Mitglieder der Gründungszeit kehrten nach Ende des Krieges in die Heimat zurück. Diese Wenigen versammelten aber schon bald die Jugendlichen des Ortes um sich und ließen die Vereinsarbeit neu aufleben. Zum Vorsitzenden wählte man Hermann Debus ("Hans"), der zudem auch aktiver Spieler war. Da das bisherige Spielfeld hinter der Schule nicht mehr den Vorschriften entsprach, wurde nach vielen Verhandlungen mit der Gemeinde der neue Sportplatz unterhalb des Sägewerks Fischbach angelegt.


Schon nach kurzer Zeit konnte der Verein mit drei Mannschaften am Spielgeschehen teilnehmen. Die 1. Garnitur konnte sich schnell als eine der besten Mannschaften des Kreises etablieren. Im Jahr 1922 errang sie durch eine 1:0-Sieg über Bottenhorn in Laasphe verdient den Meistertitel. Doch die Wirren der damaligen Zeit, insbesondere jedoch die Wirtschaftskrise, verbunden mit hoher Inflation und hoher Arbeitslosigkeit, behinderten das Vereinsleben und auch den sportlichen Aufstieg. Diese Gründe waren auch verantwortlich dafür, dass die Mannschaft auseinanderfiel. Es bedurfte besonderer Anstrengungen einzelner treuer Anhänger, um das Fortbestehen des Vereins in dieser Krisenzeit zu sichern.

Aus einer erfolgreichen Jugendmannschaft, die damals von Heinrich Nassauer und Karl Weber II. betreut wurde, ging Anfang der 30er Jahre eine Seniorenmannschaft hervor, die von Sieg zu Sieg eilte. Diese Elf wurde dreimal Gruppensieger in der A-Klasse, schaffte aber erst in der Spielzeit 1936/37 den Aufstieg in die damalige Gau-Liga (2. Amateurklasse). In dieser Saison wurde sogar der VfL Marburg besiegt. Neben hervorragender Technik bestach die Mannschaft durch Kameradschaft und Vereinstreue. Durch diese großartige Mannschaft, in der allesamt Eckelshäuser spielten, wurde unser kleiner Ort weit über die Grenzen des Hinterlandes hinaus bekannt. Sogar im Kicker wurde über unseren Verein berichtet.

 

Wiederum war es die Politik, die einen tiefen Einschnitt in das Vereinsleben bewirkte. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges musste das Spielgeschehen im Jahr 1939 erneut eingestellt werden; wieder mussten jungen Spieler und Vereinsmitglieder in den Krieg ziehen.

 

Schwieriger Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann ein neuer Abschnitt in unserem Vereinsleben. Unter der Leitung von Karl Weber II. wurde bereits im Herbst des Jahres 1945 der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Beim Neubeginn ließ man sich auch nicht beirren, als der Sportplatz bei einer Hochwasserkatastrophe überflutet wurde. Es stellten sich anfänglich auch wieder einige Erfolge ein. Die 1. Mannschaft stieg dann jedoch in die B-Klasse ab, weil es zu wenige Nachwuchsspieler gab. Im Jahr 1953 konnte keine Seniorenmannschaft gemeldet werden. Lediglich mit einer A-Jugendmannschaft wurde der Spielbetrieb notdürftig aufrecht erhalten. In dieser Zeit ist es dem schon in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bewährten Vorsitzenden Heinrich Nassauer zu verdanken, dass der Verein nicht gänzlich auseinanderfiel und bereits ein Jahr später wieder Erfolge zu bejubeln waren. In der Saison 1954/55 errang der SVE die Meisterschaft in der B-Klasse, ein Jahr später auch in der A-Klasse, verbunden mit dem erneuten Aufstieg in die 2. Amateurliga. Trainiert wurde diese Mannschaft von Wolfgang Barth, der zu dieser Zeit in Eckelshausen als Lehrer tätig war.


Diese Zeit gehört mit zu den erfolgreichsten in der Geschichte unseres Vereins. Dies zeigt sich auch daran, dass die Mannschaft bei ihren Heimspielen immer vor einer ausgesprochen stattlichen Kulisse spiele. So wurden im Derby gegen den "Erzrivalen" aus Breidenbach über 1.200 Zuschauer gezählt. Nach zweijähriger Zugehörigkeit zur 2. Amateurliga stieg man zwar wieder in die A-Klasse ab, doch gehörte das Team hier bis zum Jahr 1962 stets zu den Spitzenmannschaften.

 

Krise Mitte der 60er Jahre

 

Die 60er Jahre ließen sich für den Spielverein 1911 Eckelshausen gut an. Vom 8.-10. Juli 1961 feierte man das 50-jährige Bestehen; die Hälfte dieser Zeit, nämlich sage und schreibe 25 Jahre, stand Heinrich Nassauer als Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Ein Jahr später konnte man den neuen Sportplatz "Am Kauerstein" einweihen. Dort tragen die "Schwarz-Gelben" auch heute noch ihre Heimspiele aus.

Durch erheblichen Nachwuchsmangel geriet der SVE sportlich dann aber in eine Krise. Im Spieljahr 1963/64 mußte man den bitteren Gang in die tiefste Klasse des Sportkreises Biedenkopf gehen. Die Spielerdecke war in jener Zeit so dünn, daß der Spielbetrieb bis zum Jahr 1966 nur unter erheblichen Schwierigkeiten aufrecht erhalten werden konnte, schließlich aber doch für zwei Jahre gänzlich zum Erliegen kam. Die wenigen noch verbliebenen Spieler schlossen sich in diesen zwei Jahren den Nachbarvereinen an.

Durch viel Idealismus und persönliches Engagement gelang es dem damaligen Vorsitzenden Manfred Schuppener und seinem Stellvertreter Gerhard Platt, nahezu alle weggegangenen Spieler zurückzuholen und um diese herum eine neue Mannschaft zu formen, die für die Spielzeit 1968/69 zum Spielbetrieb gemeldet wurde. Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten stellten sich nach und nach auch wieder sportliche Erfolge ein.

 

Vergeblicher Anlauf zur Meisterschaft in den 70er Jahren

 

Im Jahr 1973 übernahm Volker Nassauer, Sohn des langjährigen Vorsitzenden Heinrich Nassauer, für vier Jahre das Amt des Vorsitzenden. Abgelöst wurde er im Jahr 1977 von seinem Bruder Hubert, der mit einjähriger Unterbrechung den Verein bis zum Jahr 1987 geführt hat. Im Dezember 1976 wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, den Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Biedenkopf eintragen zu lassen. Seit dem 26. April 1977 firmiert der Verein unter "Spielverein 1911 Eckelshausen e.V.".

Sportlich zählte der SVE zu dieser Zeit mit beiden Mannschaften zu den spielstärksten Teams im Sportkreis Biedenkopf. Herausragend war der 1:0-Sieg unserer Elf auf heimischem Boden gegen den ehemaligen Hessenligisten FV 09 Breidenbach in einem denkwürdigen Pokalspiel. Und in der Saison 1978/79 konnte man den Offensiv-Cup des Sportkreises mit 109 geschossenen Toren erringen. Dennoch wollte der Aufstieg aus der B-Klasse einfach nicht gelingen. Dreimal scheiterte man in den 70er Jahren als Vize-Meister denkbar knapp und auch sonst lag man immer im oberen Drittel der Tabelle.

 

Der sportliche Höhenflug in den 80er Jahren

 

Im Mai 1980, am Ende der Spielzeit 1979/80, schaffte man endlich den lange ersehnten Aufstieg in die A-Liga Biedenkopf/Frankenberg. Der sportliche Erfolg dieser Saison wurde abgerundet mit dem Gewinn des Lahnpokals in Friedensdorf und erneut des Offensiv-Pokals des Kreises, den man zum zweiten mal innerhalb kurzer Zeit in Empfang nehmen konnte.

Das erste Jahr in der A-Liga lief nahezu optimal. Die Mannschaft war lange Zeit Tabellenführer und peilte den nochmaligen Aufstieg an. Dies wäre sicherlich das schönste Geschenk zum 70-jährigen Jubiläum gewesen, das man vom 20.-22. Juni 1981 beging. Am Ende der Runde belegte der SVE einen hervorragenden 4. Platz. Die Meisterschaft in der A-Liga und somit der Aufstieg in die Bezirksliga glückten dann aber schon ein Jahr später unter der Regie von Gerd Becker, der die Mannschaft von Otto Bäcker nach mehrjähriger erfolgreicher Tätigkeit übernommen hatte. Der dramatische Ausgang dieser Spielzeit 1981/82 mit dem 2:2-Unentschieden unseres Teams in Haina bei gleichzeitiger 2:3-Heimniederlage des Konkurrenten Mornshausen a.S. sind noch heute in guter Erinnerung.

 

Drei Spielzeiten konnte sich unser Team in der Bezirksliga halten und dem stets zahlreichen Anhang guten Fußball bieten. Im Spieljahr 1984/85 musste man jedoch den durchaus vermeidbaren Abstieg zurück in die A-Liga Biedenkopf/Frankenberg antreten. Die Mannschaft steckte diesen Rückschlag aber gut weg und strebte unter Spielertrainer Walter Beck den direkten Wiederaufstieg an. In der wohl stärksten A-Liga der letzten Jahrzehnte belegte der SVE hinter Battenberg II, Wetter und Buchenau, aber noch vor so renommierten Vereinen wie Frankenberg und Allendorf/Eder den 4. Platz, nachdem man als Herbstmeister lange Zeit gut im Rennen um die Meisterschaft gelegen hatte.


Nach dieser Saison verließen außer Spielertainer Beck weitere Stützen der Mannschaft aus sportlichen und privaten Gründen den Verein oder beendeten ihre Laufbahn, so da man in den folgenden Jahren nicht über einen Platz im vorderen Mittelfeld hinauskam. Dennoch können die 80er Jahre zu den erfolgreichsten Jahren der Vereinsgeschichte gezählt werden. In dieser Zeit zählte der SVE zu den spielerisch besten Teams des Sportkreises Biedenkopf. Dies wird auch durch die herausragende Bilanz von sechs Siegen und drei zweiten Plätzen bei der seit 1981 jährlich ausgetragenen Stadtmeisterschaft der Biedenkopfer Vereine dokumentiert. Auch der Lahnpokal war in den 80er Jahren eine Domäne unserer Elf.

Neben diesen sportlichen Erfolgen wurden in diesen Jahren unter dem langjährigen Vorsitzenden Hubert Nassauer auch die Rahmenbedingungen rund um das Spielfeld wesentlich verbessert. Am 7. Januar 1984 wurde die Flutlichtanlage mit einem Freundschaftsspiel gegen den damaligen Landesligisten SSV Dillenburg eingeweiht. Im Herbst des Jahres 1986 konnte der Ausbau des Sportheims und der Anbau mit sanitären Einrichtungen fertiggestellt werden, gerade noch rechtzeitig zur Feier des 75-jährigen Vereinsjubiläums, die am 20. September 1986 im kleinen Rahmen stattfand.

 

Berg- und Talfahrt in den 90er Jahren

 

In den 90er Jahren erlebte der Spielverein 1911 Eckelshausen eine regelrechte Berg- und Talfahrt, und zwar sowohl auf als auch abseits des Spielfeldes. Mit der Neugründung der A-Liga Biedenkopf in der Saison 1988/89 kehrten wichtige einheimische Spieler von ihren zwischenzeitlichen Gastspielen bei anderen Vereinen zum SVE zurück, so daß man wieder eine schlagkräftige Mannschaft stellen konnte. Mit der Verpflichtung des Oberliga-erfahrenen Spielertrainers "Mucki" Runkel ab der folgenden Spielzeit gehörte man wieder zum engen Kreis der Meisterschaftsanwärter. Nach relativem schwachem Saisonstart bot der SVE dem Titelanwärter aus Gönnern fast bis zum letzten Spieltag der Saison 1989/90 Paroli, konnte den Konkurrenten aber nicht mehr abfangen und wurde wieder "nur" Zweiter.

In dieser Spielzeit übernahm Lothar Debus das Amt des Vorsitzenden. Unter seiner Regie wurde im Jahr 1990 die längst überfällige Erneuerung der Sportplatzdecke durchgeführt. Diese Maßnahme sollte sich nicht einmal ein Jahr später als praktisch überflüssig erweisen. Denn im Frühjahr des folgenden Jahres erschütterte die sog. "Kieselrot-Affäre" Fußball-Deutschland. Wie bei vielen Vereinen im ganzen Land und einigen im Sportkreis Biedenkopf wurde auch auf unserem Platz festgestellt, dass der Rotasche-Belag mit einem zu hohen Dioxin-Gehalt belastet war. Während dies etwa im benachbarten Bad Laasphe (Nordrhein-Westfalen) keine unmittelbaren Konsequenzen nach sich zog, verordnete die hessische Landesregierung Ende Mai 1991 ein Spielverbot und die Renovierung der betroffenen Plätze. Vorstand, Spieler und Anhänger des Vereins waren über diese Anordnung verärgert, war die Sportplatzdecke doch erst ein Jahr zuvor mit einem hohen Beitrag an Eigenleistung erneuert worden. Zudem konnte der SVE in der folgenden Spielzeit praktisch keine Heimspiele austragen. Diese und auch die Trainingseinheiten fanden auf den umliegenden Fußballplätzen statt und waren nur durch großes Entgegenkommen der Nachbarvereine möglich. Schließlich hatte die "Kieselrot-Affäre" aber doch ihr Gutes, ja erwies sich im nachhinein gar als Glücksfall, da der Verein so zum lange ersehnten Rasenplatz kam. Dieser wurde am 26. September 1992 anlässlich des Meisterschaftsspiels gegen den FV Breidenbach eingeweiht.


Die Mannschaft lies sich trotz schwieriger Trainings- und Spielbedingungen in dieser Zeit wider Erwarten nicht aus der Bahn werfen. In der Saison 1990/91 qualifizierte sich unsere Elf als Vize-Meister in der A-Liga Biedenkopf für die neu geschaffene Bezirksliga Biedenkopf/Dillenburg, der man bis zum Jahr 1998 ununterbrochen angehörte, was nur ganz wenigen Vereinen gelang. In den ersten beiden Spielzeiten gehörte der SVE zu den Meisterschaftsfavoriten, endete aber beide Male nur auf dem undankbaren 3. Platz. Zudem erreichte die Elf in der Saison 1991/92 zum ersten und bislang einzigen Mal das Kreispokal-Endspiel, das jedoch unglücklich mit 1:2 gegen Rot-Weiß Hartenrod verloren ging.

In den folgenden Jahren geriet man immer mehr in die hinteren Tabellenregionen der Bezirksliga. Dies war in erster Linie auf personellen Aderlass und mangelnden Nachwuchs zurückzuführen, so dass die Spielerdecke immer dünner wurde und eine zweite Garnitur kaum noch gestellt werden konnte. Vorstandsmitglieder und auch zahlreiche Spieler sahen es daher als unausweichlich an, mit einem der Nachbarvereine eine Spielgemeinschaft einzugehen. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 29. Mai 1995 wurde eine Spielgemeinschaft mit dem FSV Friedensdorf beschlossen. Für unseren Verein, der eigenständig blieb, war dies eine bislang einzigartige Entscheidung, die sich keiner der Verantwortlichen um den Vorsitzenden Alfred Reitz einfach gemacht hat. Sie schien sich im ersten Jahr als richtig herauszustellen. Man konnte mit drei Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, und auch die Integration auf und außerhalb des Spielfelds klappte besser als vermutet. Die 1. Mannschaft spielte allerdings gegen den Abstieg aus der Bezirksliga und konnte diesen erst in den Relegationsspielen verhindern. Im folgenden Jahr wurde die Ernüchterung zusehends größer, zumal man nur noch zwei Mannschaften stellen konnte. Insbesondere auf Friedensdorfer Seite machte sich immer mehr Unzufriedenheit breit, was schon nach nur zwei Jahren zur Aufkündigung der Spielgemeinschaft führte. In der anschließenden Saison 1997/98 war dann der Abstieg nicht mehr zu verhindern.


Mit dem Ziel, den Niedergang des Vereins zu verhindern, übernahm Werner Engelbach von Alfred Reitz den Vereinsvorsitz. Engelbach gelang es, mit Wolfgang Waldschmidt einen Spielertrainer zu verpflichten, der einst bei Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga und dann lange Zeit in der Oberliga spielte, zuletzt für den VfB Gießen. Tatsächlich erwies sich dieser als Glücksgriff für den Verein. Die Trainingsbeteiligung der Aktiven nahm deutlich zu und es konnten einige Spieler mit Perspektive von Nachbarvereinen angeworben werden, so daß wieder problemlos zwei Mannschaften gestellt werden konnten. Trotz guter Vorbereitung mit sehr positiven Ergebnissen gegen höherklassige Gegner und des Gewinns des Stadtpokals verlief die Saison nicht nach Wunsch. Das angestrebte Ziel des Wiederaufstiegs wurde deutlich verfehlt. In der laufenden Spielzeit 1999/00 scheinen sich die Früchte der Arbeit von "Wawo" besser auszuzahlen. Zwar dürfte die Meisterschaft nicht mehr möglich sein, doch derzeit steht das Team auf dem 2. Platz, der zur Teilnahme an der Relegation berechtigt. Ob der Aufstieg gelingt, war bei Drucklegung nicht zu sagen. Es wäre aber sicherlich das schönste Geschenk zum vorgezogenen Jubiläumsfest.

Werner Engelbach hat es zudem verstanden, einige Vereinsmitglieder zu aktiver Mitarbeit zu bewegen, so dass die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden konnten. Insbesondere wurden in den letzten beiden Jahren am Sportheim umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen. Der Verein verfügt nun über ein schmuckes Vereinsheim mit einem geräumigen und gemütlichen Bewirtungsraum, der neben der Geselligkeit und der Förderung der Kameradschaft der Spieler auch eine bessere wirtschaftliche Basis des Vereins bietet.

 

Neue Abteilungen

 

Nachdem man in den Gründungsjahren des Spielvereins 1911 Eckelshausen neben dem Fußball auch die Leichtathletik betrieb, spielte dann über Jahrzehnte hinweg das Spiel mit dem runden Leder die einzige Rolle in unserem Verein. Im Januar 1984 wurde dann eine Tischtennis-Abteilung gegründet. Unter der Leitung von Emmerich Studer nahmen Schüler- und Jugendmannschaften am Kampf um Meisterschaftspunkte teil. Das Training und die Spiele fanden im Dorfgemeinschaftshaus statt. Konnte sich Emmerich Studer anfangs über regen Zulauf freuen, so musste der Spielbetrieb schon im September 1989 wegen mangelnder Beteiligung wieder aufgegeben werden.

An die Stelle der Tischtennis-Abteilung trat die Damengymnastik-Abteilung, die im Jahr 1989 gegründet wurde und auch heute noch besteht. Unter fachkundiger Anleitung treffen sich die jungen Damen regelmäßig im Dorfgemeinschafthaus zu Übungsstunden. Das Programm ist abwechslungsreich und kann sich mit jedem Fitnessstudio messen. So manchem unserer Kicker würde eine Teilnahme sicher ganz gut tun - auch wenn viele das Programm anfangs kaum durchhalten würden.

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